Heute erhielt ich einen Anruf eines recht bekannten SEO-Dienstleisters aus München. “Google zertifiziert” und “Mitglied im BVDW” wurde bestimmt zehn mal erwähnt. Auf meine Bitte, doch im Punkt “Backlinkaufbau” und “Steigerung der Seiten im Google Index” etwas genauer einzugehen kam der Vertriebler jedoch stark ins Stottern. Erwähnt wurden eigentlich nur Black-Hat Methoden.
Wenn ich mir die Referenzliste des Dienstleisters einmal ansehe und im Anschluss Interviews ehemaliger Google Mitarbeiter – wie beispielsweise hier - lese, die bestätigen was eigentlich klar ist, nämlich dass Google diese Methoden längst durchschaut hat, wird einem schnell klar, dass es sich für diese Kunden wohl nicht auszahlen wird, diesen Dienstleister beauftragt zu haben.
Im Bezug auf Black Hat-SEO habe ich während meiner Zeit bei Google gelernt, dass man Googles Algorithmen nicht täuschen kann. Viele vergessen die Tatsache, dass die Suche Googles Kerngeschäft ist und somit schlechte Suchergebnisse zu weniger Nutzern führt, was sich wiederum in weniger Einnahmen niederschlägt usw. Man muss sich also klarmachen, dass Google die klügsten Köpfe auf diese Probleme angesetzt hat, um nach Lösungen für Spam im Web zu suchen und Black Hat-Methoden zu unterbinden. Hinzu kommt, dass Google sich gegenüber seinen Nutzern in Europa geöffnet hat und es heute mehrere Wege gibt, um mit Mitgliedern des Search Quality Teams in Kontakt zu treten und Spam-Webseiten und andere fragwürdige Methoden zu melden.
Alles in allem kann es sein, dass manch krumme Methode für einen kurzen Zeitraum funktioniert, doch früher oder später wird man aufgehalten und die Seiten mit denen man “experimentiert” hat finden sich ganz unten in den Suchergebnissen. Und „Unten“ ist in diesem Fall ein Bereich, aus dem man nur sehr schwer wieder rauskommt, ganz zu schweigen von dem erheblichen Verlust an Nutzern und Transaktionen. Ich habe auch gelernt, dass eine optimale Sichtbarkeit in den Suchmaschinen nicht über Nacht erreicht werden kann und sukzessiv erarbeitet werden muss. Es gibt keinen einfachen Weg an die Spitze und wer das Gegenteil behauptet, ist ein Black Hat.
Google hat in seinem Youtube-Channel ein interessantes Webinar mit Tim Ash (Autor des Buchs “Landing Page Optimization”) veröffentlicht. Das Video ist knapp 75 Minuten lang und liefert interessante Verbesserungsmöglichkeiten und Anregungen.
Der DTAD – Deutscher Auftragsdienst hat einen kleinen Relaunch hingelegt und die Startseite mit einem Präsentationsvideo geschmückt. Den Usern kurz und bündig zu erklären, welche Leistungen ihn hier erwarten – das war das Ziel dieser Usability-Verbesserung.
Wie u.a. ZDNet.de und Internetworld.de berichten, bietet der Dienst usocial.net jetzt auch Pakete mit Twitter-Followern zum Kauf an. Ich selbst habe ja schon vor Monaten dem Twitter-Hype den Rücken gekehrt. Klar bietet Twitter als schnelle Kommunikationsform viele Vorteile, sorgt aber auch dafür, dass die Nettoarbeitszeit eines Tages spürbar reduziert wird – vom Stressfaktor ganz zu schweigen.
Irgendwie erinnert dieses künstliche Wachstum der Twitter-Follower an diese Zeiten:
Wir melden Ihre Seiten bei mehr als 1000 deutschen Suchmaschinen an.
Groß und lange wurde das Update auf Firefox 3.5 von Mozilla angekündigt. Die Entwickler wollten nicht auf die Version 3.1. gehen sondern lieber gleich einen großen Sprung auf die 3.5. wagen. Damit sollte unterstrichen werden, dass es sich um mehr als ein simples Update handelt. Der Download ist seit gestern möglich und außer ein paar kleineren Bugs sieht es nach einer runden Sache aus.
Wer jedoch bereits mit Firefox 3.5 arbeitet und sich heute bei Google Adwords einloggen wollte, hat vielleicht gemerkt, dass der Zugriff nicht möglich ist und Google dazu rät, bis auf weiteres einen älteren Browser zu benutzen.
“Support for Firefox 3.5 is coming soon. Until then, please use an earlier version of Firefox when viewing the new interface.”
Während beispielsweise chip.de schon so gut auf den kommenden Browser vorbereitet war, dass man dort die finale Version bereits downloaden konnte bevor die offizielle Mozilla-Seite dies anbot, ist Google dieses mal wohl um einige Tage hinterher. Ich werde also wohl oder übel entweder den Firefox 3.5 downgraden müssen, die Google Adwords Kampagnen einige Tage unbeobachtet lassen (keine gute Idee) oder aber den (zwangsweise installierten) IE 8.0 verwenden (ganz schlechte Idee).
Was der Firefox 3.5. an neuen Features zu bieten hat: Handelsblatt
Nachtrag vom 02.07.2009: Inzwischen läuft Google Adwords auch mit dem Firefox 3.5.
Torsten Daus ist als Unternehmer, Entwickler und Berater seit 1999 in der Online-Welt tätig. Angefangen mit der Entwicklung komplexer und trafficstarker Portale, setzt er heute seinen Schwerpunkt auf die Strategie- und Online-Beratung.
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