Account löschen, Privatsphäre und andere Märchen im Web 2.0
Online-News 13.10.2009Facebook, StudiVZ, Social Bookmarking Services, Twitter… immer mehr User nutzen das “Mitmach-Web”. Kaum eine Web2.0-Plattform verzichtet auf eine “kostenlose und unverbindliche Registrierung”. Der User soll schließlich alle Vorteile des jeweiligen Dienstes nutzen können und vor allem: Er soll mitmachen können. Sei es in Form von angelegten Links, aufgebauten Freundeslisten, digitalen Gedanken, Verwandschaftsbäumen oder eigenen Videos. Doch was, wenn der jeweilige Dienst nicht mehr benötigt wird?
Was wenn man sich dazu entschließt, nicht mehr jedem seine Gedanken via Twitter mitzuteilen. Was wenn nicht mehr die ganze Welt wissen soll, was man selbst gerade auf last.fm hört. Es gibt – wenn überhaupt – nur zwei Auswege aus dem Web2.0; entweder man feilt an seinen Privatsphäre-Einstellungen oder aber man lässt seinen Account löschen. Beides ist leichter gesagt als getan. Ich habe es bei den folgenden Diensten einmal im Eigenversuch getestet:
So löschen Sie Ihren Account bei …
Facebook
Die Account-Löschung ist bei Facebook eigentlich nicht vorgesehen. Über den Menupunkt “Kontoeinstellungen” findet sich lediglich der Link zum Deaktivieren des Facebook-Accounts. Was genau diese Deaktivierung bedeutet bleibt offen, klar ist aber, dass man weiterhin Mails von Facebook und seinen “Freunden” erhält, wenn man dies noch ausdrücklich extra angibt. Da in der Zwischenzeit die Kritik an der Privatsphäre und Datenlöschung bei Facebook zunahm, gibt es nun diesen Link zum restlosen Löschen des Facebook-Profils. Dieser Link scheint übrigens nicht auf Facebook direkt verlinkt zu sein.
Facebook benötigt dann noch immer 14 Tage, bis die Daten restlos aus den Systemen gelöscht sind.
Google
Google möchte es einem leicht machen, so heißt es: “Sie können Ihr Google-Konto jederzeit wie hier beschrieben auflösen.” Schade nur, dass die Links ins Leere führen und sich der User so selbst auf die Suche machen muss. Mit ein wenig Glück, findet sich dann die richtige Seite zur Löschung des Google-Kontos.
Gutefrage.net
Nutzer ist Nutzer bei der Ratgeber-Community Gutefrage.net. Wer registriert ist und Fragen stellt, zeigt gleichzeitig auch sein Profil und alle dort eingegebenen Daten. Alle eingegeben Fragen eines Mitglieds können angezeigt werden und mit etwas Recherche ist vielen Profilen auch ohne die Eingabe von persönlichen Daten eine Identität zuzuordnen. Weitere Einstellungen zur Privatsphäre gibt es bei Gutefrage.net nicht. Die Löschung einzelner Fragen ist nicht möglich, die Löschung des gesamten Accounts kann ausschließlich per E-Mail an info@gutefrage.net erfolgen.
Linkedin
Linkedin macht es einem scheinbar relativ leicht, sein Profil dort zu löschen (bzw. zu “schließen”, denn so heisst es offiziell). Was es genau mit diesem “schließen” auf sich hat, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Sicherheitshalber sollte man vor der Schließung seines Kontos noch seine persönlichen Daten selbst überschreiben. Das Schließen des Profils selbst geht dann über Einstellungen > Ihr Konto schließen.
Mister-Wong
Der Social-Bookmarking-Dienst Mister-Wong bietet eine gute Übersicht der Informationen, die freigegeben werden. Jedes Bookmark kann individuell als “privat” oder “öffentlich” markiert werden. Auch im Profil bietet Mister-Wong bei jedem Eintrag die Möglichkeit “Öffentlich” anzuklicken. Der Account kann bei Mister-Wong im Loginbereich unter folgendem Link gelöscht werden.
Qype
Das Empfehlungsportal Qype.com bietet eine gute Möglichkeit, selbst geschriebenen Beiträge zu löschen. Um jedoch den gesamten Account zu löschen, bedarf es einer E-Mail an die Kundenbetreuung von Qype. Die E-Mail mit dem Betreff “Mitgliedschaft beenden” muss an feedback@qype.com geschickt werden. Als Absender sollte die Adresse verwendet werden, unter der der Benutzer sich auch bei Qype registriert hat.
Twitter
Der Mikroblogging-Dienst Twitter versteckt seine Account-Löschen-Funktion unten auf der Settings-Seite. Der “Delete my account” – Button bewirkt auch nicht wie angegeben eine physikalische Löschung der Daten, sondern anscheinend lediglich eine Veränderung des Status von aktiviert in deaktiviert. Der Twitter-Account kann so zwar jederzeit wiederhergestellt werden, eine Löschung der bei Twitter eingegebenen Daten erfolgt jedoch nicht.
Diese Liste wird fortlaufend ergänzt / aktualisiert.
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13.10.2009 um 13:23 Uhr
Hallo Torsten,
toller Artikel vor allem interessant wie unterschiedlich diese Dienste mit einer Accountlöschung verfahren. Ein Dienst jedoch fehlt in meinen Augen: Facebook, die löschen auch nicht sondern deaktivieren auch nur ähnlich wie twitter. Möchte man das sein Account gelöscht wird darf man sich auf wildes E-Mail hin und her schicken einstellen.
Gruß Philipp
13.10.2009 um 19:10 Uhr
Passend zu diesem Thema ist der WiSo Beitrag!
http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,7911860,00.html
Schönen Gruß
Obrien
27.10.2009 um 00:10 Uhr
Philipp, danke für den Hinweis. Natürlich ist Facebook jetzt auch mit dabei.