Das Google Sprachrohr Matt Cutts persönlich ging auf die oft gestellte Frage ein, ob die Wahl des Serverstandorts entscheidend für ein gutes Ranking ist. Kurz gesagt: Die Wahl des Standorts ist wie immer einer von mehreren beeinflussenden Faktoren. Neben den TLDs sind in den frühen 2000er Jahren auch die Auflösung der IP-Adressen als Faktor dazugekommen. Wer also in Deutschland zu einem bestimmten Suchbegriff gut gelistet sein möchte, kommt um einen deutschen Server nicht herum.
Transkript aus dem Google Webmaster Blog:
Wir haben eine Frage von Rob Lewicki aus Toronto, Ontario.
Rob fragt: Welche Auswirkung hat der Serverstandort auf die Platzierung bei Google?
Also, vor langer Zeit als Google anfing, war es recht witzig, weil Leute verschiedener Länder nur nach Top Level Domain rankten. .fr bedeutete, dass du in Frankreich warst. Das war alles, was sie damals wußten.
So um 2000-2001 begannen wir den Serverstandort, also die IP-Adresse in Betracht zu ziehen, um sagen zu können: oh, das endet nicht mit .fr, aber der Standort nach diesem Kriterium ist Frankreich, deshalb könnte es für französische User nützlich sein.
Also das ist ein Hauptkriterium für die Rankings bei Google. Wenn man sich nur in den USA aufhält, die Website dort ist, und man niemals die USA verlassen hat, bemerkt man diese Faktoren wahrscheinlich nicht.
Aber wo euer Server steht, ob es in den USA, in Frankreich, Deutschland, England, Kanada oder sonstwo ist, kann unsere Rankings beeinflußen.
Beispielsweise: auf google.com, wenn man “Bank” eintippt, bekommt man andere Resultate, als wenn man auf google.com.au “Bank” oder auf google.co.uk “Bank” eintippt.
Wir versuchen auf jeden Fall die relevantesten Resulte für jeden User in jedem Land zu liefern und der Serverstandort über die IP-Adresse spielt dabei eine Rolle.
Viele Hoster aus dem benachbarten Ausland (speziell Österreich und Schweiz) könnte das eine Menge deutscher Kunden kosten…
Deutschlands größter Fahrzeugmarkt mobile.de (www.mobile.de) setzt neben klassischem Marketing spätestens seit dem großen Relaunch verstärkt auf Optimierung seiner Webpages für Suchmaschinen.
Indizierte Seiten bei Google
Der Erfolg scheint der aktuellen SEO-Strategie Recht zu geben: Stand heute sind bei Google > 1 Mio. Seiten von mobile.de indiziert. Bei Autoscout24 zum Beispiel sind es zum Vergleich “nur” 118.000 Seiten.
Das Fahrzeug-Modellverzeichnis
mobile.de nutzt seinen großen Datenbestand an Fahrzeugen und Fahrzeugmodellen optimal für die Suchmaschinenoptimierung. Die oben durchgeführte Site-Abfrage bei Google liefert das Modellverzeichnis (www.mobile.de/modellverzeichnis/) gleich als zweites Ergebnis. Da davon auszugehen ist, dass auch die Site-Abfrage nach Relevanz sortiert ist (wie bei Google üblich), ist das Modellverzeichnis als Einstiegsseite für Crawler gut platziert. Die alphabetische Sortierung der Hersteller listet alle gefragten Firmen übersichtlich auf und bietet sogar für “Nicht-Bots” – also richtige User, die sich auf diese Seite verirren – eine gute Orientierung. Im rechten Bereich findet sich für die Top-Hersteller noch ein Einstieg der Neuwagen und Jahreswagen in Kombination mit den Herstellern. Hiermit dürften die wichtigsten Suchbegriffe: “Mazda” aber auch “Mazda Jahreswagen” und “Mazda Neuwagen” abgedeckt sein. Gute URLs der Form mobile.de/hersteller/mazda/ runden diese Einstiegsseite ab.
Die Hersteller-Seite als Landingpage
Beginnend mit einem von Hand geschriebenen unique Text, passenden Header-Angaben, Title und Breadcrumb zeigt sich diese Landingpage als echter Hingucker. Die aus der mobile.de-Datenbank stammenden aktuellen Fahrzeugangebote des gewählten Herstellers zeigen Aktualität und Relevanz, was zu einer weiteren Aufwertung bei Google führen dürfte. Querverweise der aktuellen Marke “Unfallwagen Mazda” aber auch regionale Einschränkungen “Gebrauchtwagen Mazda Berlin” sind hier zu finden.
Das Ergebnis…
…kann sich sehen lassen: In zahlreichen Keyword-Abfragen lässt mobile.de die Konkurrenz hinter sich. Wenn jetzt noch die URLs der einzelnen Fahrzeuge optimiert werden, sieht online weiterhin gut aus für den Marktführer! Fazit: Sehr gute SEO-Arbeit!
Bekanntlich sind User, die über Google Adwords eine Website besuchen, oftmals schneller wieder weg als sie gekommen sind. “Gekaufte” User verhalten sich in vielen Fällen gänzlich anders als organischer Traffic, da ist es umso erstaunlicher, dass die guten alten Web 0.9. Formulare noch funktionieren, die bspw. bitbüro im Einsatz hat.
Die Suche nach “Bodenleger” führt uns direkt über eine prominente Google Adwords Anzeige auf die Seiten von bodenleger.in (indische Domain als Marketing-Trick )
Die Zielseite ist ein klassisches Web-Formular aus vergangenen Zeiten:
Der Erfolg dieser Landingpage steht außer Frage. Die Konvertierungsrate auf diesen Seiten ist außergewöhnlich hoch. Liegt es am Thema? Liegt es an den Google-Anzeigen? Liegt es gar an der indischen Domain?
In einer aktuellen Studie des Bundesverbandes für digitale Wirtschaft (BVDW) nennt die Mehrheit der Befragten die “Optimierung von Landing-Pages” als wichigste Maßnahme:
Scheinbar kann eine Optimierung auch nach der Methode des vorigen Jahrhunderts noch funktionieren. Die Lead-Maschine läuft!
Google hat in seinem Youtube-Channel ein interessantes Webinar mit Tim Ash (Autor des Buchs “Landing Page Optimization”) veröffentlicht. Das Video ist knapp 75 Minuten lang und liefert interessante Verbesserungsmöglichkeiten und Anregungen.
Bei meiner gestrigen Suche nach “Tischlerarbeiten” bei Google fand ich recht interessante Ergebnisse.
Beispiel 1:
Die “Strategie” des Branchenbuchs Cylex scheint aufzugehen, zumindest finde ich die Seiten äußerst häufig bei meinen Google-Suchen. Klicken würde ich hier mit Sicherheit nicht. Und dies nicht nur, weil ich bereits weiß, was mich erwartet An dieser Stelle wundere ich mich ein wenig über die Relevanz dieser Seite. Ich habe die Suche heute aus Berlin (bekanntermaßen Deutschland) ausgeführt und nicht aus Österreich…
Beispiel 2:
Wenn auch nicht optimal gelöst, so ist es doch schon ein deutlicher Unterschied zum ersten Beispiel. Ich selbst jedoch befand mich auf Suche nach Informationen zum Thema Tischlerarbeiten und würde hierfür ein “kostenpflichtiges Abonnement” eher scheuen…
Beispiel 3:
Ideale URL, idealer Beschreibungstext bei Google. Ich erhalte eine relevante Zielseite, die sich zudem auch noch in meiner Nähe befindet (Teltow). Die Chance, dass ich mit dem Anbieter ins Geschäft komme, stehen gut. Wo hätten Sie geklickt?
Gerade bei großen Portalen mit mehreren hunderttausend oder Millionen Webseiten ist eine gezielte Indizierung der einzelnen Seiten von enormer Bedeutung. Wir beobachten so heute bei vielen Portalen eine falsche oder zumindest nicht ideale Indizierung, die widerrum dazu führt, dass viel Traffic ungenutzt bleibt.
Eine der ersten Todos des Tages sollte es sein, die zuletzt indizierten Seiten zu begutachten und u.a. mittels site:xyz.de zu erfassen. Die Seiten sollten nun eingehend geprüft werden: Wichtig sind hier vor allem die üblichen Verdächtigen wie Title, H1, Description, etc. Um doppelten Content zu vermeiden, sollten die Parameter index, follow bzw. noindex, nofollow ganz gezielt eingesetzt werden. Ebenso muss auf ein nicht zu starkes Wachstum der indizierten Seiten geachtet werden. In den letzten Wochen stellen wir sehr häufig fest, dass falsche Protokolle indiziert werden. Also statt http:// https:// etc., obwohl diese Seiten weder verlinkt noch vorhanden sind. User, die auf diese so indizierten Seiten klicken, erhalten gerade auch in den neuesten Versionen vom IE und Firefox auffällige Browsermeldungen mit dem Tipp, diese Seite sofort wieder zu schließen. Dies heißt es zu verhindern…
Heute war wieder einer der Tage, die mir zeigen, wie wichtig regelmäßige und am besten zusätzlich automatisierte Stabilitäts- und Funktionstest sind.
Niemand geringerer als die Firma Dell hatte heute den ganzen Tag anscheinend mit Stabiliätsproblemen ihres Online-Shops zu kämpfen. Eine Bestellung über die Website war nicht möglich. Stattdessen erschien der sehr dezente Hinweis: “Setzen Sie sich bitte mit Ihrem Dell-Vertriebsmitarbeiter in Verbindung”. Stimmt, da war doch tatsächlich jemand aus Sachsen, der uns öfters anruft und sympatische neue Produkte vorstellt. (Daniel, wann kann ich denn Notebooks bei dir endlich online bestellen? )
Ich habe übrigens nicht bei meinem freundlichen Dell-Vertriebsmitarbeiter bestellt. Als Onliner bevorzuge ich die Vergleichmöglichkeiten, die mir Dell in seinem Online-Shop bietet. Der Mann aus Sachsen kann hier am Telefon nicht wirklich mithalten
Die Umsatzeinbußen dürften betrachtlich sein, umso wichtiger ist es, solche Fehler zukünftig zu minimieren und wenn Wartungsarbeiten an den Webseiten diese Störungen hervorrufen, sollten diese möglichst nachts oder am Wochenende geschehen. Ein Montag dürfte für Online-Shops wie Dell eine schlechte Wahl sein – zumindest für geplante Wartungsarbeiten.
Ein gutes Tool, das mir im Zusammenhang mit Funktionsüberwachung in den Sinn kommt ist Livewatch. Einfach mehrere Funktionen wie Datenbankabfragen, Mailversand etc. an dieses Tool koppeln und ganz entspannt per E-Mail, SMS oder Anruf benachrichtigt werden, wenn es zu Ausfällen kommt. Entwickler dieser Welt werden ruhiger schlafen.
In diesem Sinne wünsche ich eine Online-Woche ohne viele Ausfälle!
Im aktuellen Post der Webmaster Zentrale ruft Google zur validen Cross-Browser-Programmierung auf. Websites auf allen Rechnern und Browsern mit und ohne Javascript möglichst gleich darstellen zu können ist selbstverständlich ein richtiges und wichtiges Ziel – ich frage mich aber, warum Google gerade nach der Veröffentlichung seines Chrome dazu aufruft. Gibt es doch mehr Darstellungsprobleme als zunächst erwartet?
Von mir getestete Webseiten sehen zumindest auch in Chrome gut aus. Herzlichen Dank wieder einmal an Johann Rocholl von browsershots.org.
Torsten Daus ist als Unternehmer, Entwickler und Berater seit 1999 in der Online-Welt tätig. Angefangen mit der Entwicklung komplexer und trafficstarker Portale, setzt er heute seinen Schwerpunkt auf die Strategie- und Online-Beratung.
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